Erste Schritte: Was Sie selbst prüfen können
Bevor Sie einen Fachbetrieb rufen, lohnt sich ein kurzer Selbstcheck. Oft lässt sich das Problem schon eingrenzen und spart Zeit und Geld.
- Wasserzähler ablesen – Notieren Sie den Stand, schließen Sie alle Wasserhähne und Geräte und prüfen Sie nach ein bis zwei Stunden, ob der Zähler weiter läuft.
- Bewässerungsanlagen & Außenhähne – Schalten Sie diese ab und prüfen Sie, ob der Verbrauch sinkt.
- Grundstück abstechen – Gehen Sie mit einem feuchten Tuch oder einer Sprühflasche über den Boden. An feuchten Stellen können Sie oft einen leichten, kühlen Fleck spüren.
- Fotos & Notizen – Dokumentieren Sie verdächtige Stellen (z. B. feuchte Stellen, Pflanzen, die plötzlich mehr wachsen), das hilft dem Techniker später.
Professionelle Leckortung: Welche Verfahren gibt es?
Für die Suche im Erdreich gibt es mehrere etablierte Methoden. Die meisten Fachbetriebe kombinieren mehrere Techniken, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen.
- Akustische Leckortung – Mit einem empfindlichen Mikrofon bzw. einem Gehörschutz‑Mikrofon wird das Geräusch des austretenden Wassers im Rohr aufgezeichnet. Der Techniker folgt dem Klang mit einem Richtmikrofon und kann so die ungefähre Position bestimmen.
- Elektromagnetische Verfahren (MDF‑Messung) – Hier wird ein Magnetfeld um das Rohr erzeugt, das durch das austretende Wasser gestört wird. Ein Empfänger misst die Feldstörung und zeigt die Leckstelle an.
- Thermografie – Bei warmem Wasser kann eine Infrarotkamera Temperaturunterschiede im Boden sichtbar machen. Besonders effektiv nach einer kurzen Aufheizung der Leitung.
- Druck- und Durchflussmessung – Der gesamte Leitungsabschnitt wird unter Druck gesetzt und der Durchfluss gemessen. Ein signifikanter Unterschied zwischen Ein‑ und Austritt weist auf ein Leck hin, das dann gezielt lokalisiert wird.
- Tracer‑Lösungen (Farbstoff‑ oder Gas‑Tracer) – Ein spezieller, ungiftiger Farbstoff bzw. ein nicht brennbares Gas wird in die Leitung eingespritzt. Mit Detektoren wird das Austreten im Erdreich aufgespürt.
Kosten, Dauer und Zuverlässigkeit
Die Preise variieren je nach Region, Größe des Grundstücks und eingesetztem Verfahren. Hier ein grober Überblick aus meiner Erfahrung:
- Grundpreis – 120 € bis 250 € für Anfahrt und Erstinspektion.
- Messverfahren – Akustik oder elektromagnetisch kostet meist 80 € bis 150 € pro Stunde.
- Thermografie – Aufpreis von ca. 100 € bis 200 €, weil Spezialausrüstung nötig ist.
- Gesamtkosten – In den meisten Fällen liegt die Rechnung zwischen 300 € und 600 €, wenn keine aufwändige Grabung nötig ist.
- Dauer – Die eigentliche Ortung dauert meist 1 – 3 Stunden, je nach Länge der betroffenen Leitung und Zugänglichkeit.
- Zuverlässigkeit – Kombinierte Methoden