Wenn ich eine Trauerkarte schreibe, beginne ich oft damit, mir zu überlegen, welche besonderen Eigenschaften oder gemeinsamen Erlebnisse die verstorbene Person ausgemacht haben; das gibt dem Text sofort eine persönliche Note und verhindert, dass er zu allgemein klingt.
Ein Zitat kann dann als Verstärker dienen, wenn es genau das ausdrückt, was man selbst nicht in Worte fassen kann. Dabei achte ich darauf, dass das Zitat nicht zu bekannt oder klischeehaft ist, sondern eine stille Tiefe besitzt – zum Beispiel ein kurzer Vers aus einem Gedicht, das das Thema Vergänglichkeit oder Erinnerung berührt, ohne dabei pathetisch zu wirken.
Kurze, prägnante Sätze haben den Vorteil, dass sie leicht zu lesen sind und sich gut in die eigene Botschaft einfügen. Wenn das Zitat jedoch aus einem literarischen Werk stammt, das dem Verstorbenen viel bedeutete, kann es besonders berührend sein, weil es eine Verbindung zu seiner Persönlichkeit herstellt.
Um persönliche Erinnerungen mit einem passenden Zitat zu verknüpfen, schreibe ich zunächst einen kleinen Absatz, in dem ich ein konkretes Erlebnis schildere, das die Beziehung zu der Person widerspiegelt. Anschließend wähle ich ein Zitat, das das Gefühl dieses Moments unterstreicht – zum Beispiel ein Satz, der von Liebe, Abschied oder dem Fortbestehen von Erinnerungen spricht.
Am Ende prüfe ich, ob das Zitat den Ton der gesamten Karte unterstützt und ob es sich natürlich in den eigenen Text einfügt. Wenn es zu schwer oder zu fremd wirkt, ersetze ich es lieber durch ein eigenes, einfaches Wort, das genauso viel Trost spendet, denn Authentizität ist letztlich das, was die Hinterbliebenen am meisten berührt.