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Hey, ich weiß nicht, ob das einfach so ein „Erwachsenen-Ding“ ist oder ob ich irgendwo was grundlegend falsch mache, aber ich fühl mich echt fast jeden Tag so grundmüde. Also nicht so wie bei ner Grippe oder wenn man durchgemacht hat, sondern eher so ein dumpfes Schlappsein, so als würde der Akku nicht mehr richtig voll werden. Auch an Tagen, wo ich genug geschlafen hab, ist da nicht dieses frische Gefühl morgens, das man ja eigentlich haben sollte. Ich steh auf, trink meinen Kaffee (der mittlerweile eh nix mehr bringt), geh zur Arbeit, und irgendwie fühlt sich alles an wie im Standby-Modus. Funktionieren geht, klar, aber richtig wach oder motiviert bin ich selten.

Was ich halt komisch finde: Ich mach jetzt nicht megaviel anders als früher. Ich ess halbwegs normal, koch auch selbst, geh nicht jeden Abend feiern oder so. Und trotzdem zieht sich so ein Gefühl von zäher Trägheit durch die Wochen. Auch am Wochenende, wenn ich ausschlafen kann, bringt das nix. Ich hab's schon mit Spaziergängen versucht, Yoga probiert, sogar mal ein bisschen auf Zucker verzichtet – nix hat so richtig was verändert. Auch so mentale Sachen wie Stress – klar, der ist da, aber nicht übermäßig mehr als sonst. Trotzdem hab ich das Gefühl, dass mein Kopf dauernd leicht vernebelt ist und ich mich nachmittags oft hinlegen könnte, obwohl ich das früher nie hatte. Außerdem werde ich im Sommer gefühlt nicht mehr so braun und musste schon zu getöntem Selbstbräuner greifen.

Ich frag mich, ob das vielleicht einfach mit dem Alter kommt (bin jetzt 31) oder ob ich irgendwo was falsch einschätze. Vielleicht geht’s ja anderen auch so? Ich hab manchmal das Gefühl, dass alle anderen irgendwie viel mehr Energie haben. Sehe Leute nach der Arbeit noch Sport machen, Freunde treffen, Pläne schmieden, und ich denk mir nur: Wie schafft ihr das? Ich bin ja froh, wenn ich abends noch nen Film schaffe, ohne einzuschlafen. Ich hab kein konkretes Ziel mit dem Post hier, bin einfach neugierig, ob das jemand kennt oder vielleicht ähnliche Phasen hatte. Man fängt irgendwann echt an, an sich selbst zu zweifeln. Vielleicht ist’s auch nur das Wetter oder die Jahreszeit, aber es wäre irgendwie beruhigend zu wissen, dass man mit so einem Gefühl nicht allein ist.

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2 Antworten

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Hi,

also erstmal: Du bist sowas von nicht allein mit dem Gefühl. Ich hab deinen Text gelesen und innerlich bei jedem Satz genickt. Ich hab auch so eine Phase hinter mir, da war ich dauermüde, hab mich gefühlt wie ein Smartphone mit kaputtem Akku – zeigt 100 Prozent an, aber geht nach 15 Minuten wieder aus. Und auch bei mir war’s nicht so, dass ich nix gemacht hätte. Ganz im Gegenteil, ich hab sogar eher versucht, mehr zu machen in der Hoffnung, dass der Kreislauf irgendwie in Schwung kommt. Spoiler: Hat’s nicht.

Ich hab irgendwann gemerkt, dass ich mich fast schon damit abgefunden hab. So nach dem Motto: Okay, das ist jetzt mein Leben, vielleicht bin ich halt nicht so ein „Energie-Mensch“. Aber dann hat mir ne Freundin so beiläufig gesagt, ich solle mal aufhören, ständig „funktionieren“ zu wollen und stattdessen mehr Zeug machen, das mir einfach Freude bringt – und zwar auch dann, wenn’s sinnlos erscheint. Total banale Sachen wie in der Sonne sitzen, nen alten Roman nochmal lesen oder sogar (nicht lachen) mir nen getönten Selbstbräuner draufklatschen, nur weil ich mich dann im Spiegel ein bisschen lebendiger fand. War wie so’n kleiner Stimmungsboost, und nicht mal der schlechteste.

Ich glaub, was ich sagen will: Manchmal ist Müdigkeit kein Schlafproblem, sondern eher so ein Lebensmüdigkeitsding im Kleinen. Nicht, dass man depressiv ist oder so, aber halt so unterschwellig ausgebrannt vom Dauer-Ding, immer mit allem mitzuhalten. Und das saugt einem die Energie weg. Ich hab auch gemerkt, dass ich weniger über andere nachgedacht hab, was die alles so schaffen, sondern mehr drauf gehört hab, was mein Körper eigentlich braucht. Und manchmal war das eben kein Power-Yoga oder noch ein grüner Smoothie, sondern einfach nix. Oder was Albernes. Oder ein Nachmittag ohne Ziel.

Vielleicht kannst du bei dir auch schauen, ob du in letzter Zeit viel von außen geschluckt hast – Erwartungen, Optimierungsdruck, diese ganze „du musst dich nur richtig organisieren“-Schiene. Weil das kann auch müde machen, wenn man dauernd denkt, man müsste noch was verbessern. Also ja, du bist nicht falsch. Vielleicht einfach nur ein bisschen erschöpft vom Viel-Sein-Müssen. Und das ist okay.
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Kenn ich. Dieses permanente Halbdunkel im Kopf, als wär man körperlich da, aber irgendwie nie ganz eingecheckt.
Man funktioniert, klarm aber das echte Wachsein fühlt sich an wie was, das man nur noch von früher kennt.
Vielleicht liegt’s nicht an dir. Vielleicht liegt’s am Dauerrauschen von allem.