Wie ich die passende Heizlösung für ein Bestandsgebäude gefunden habe
Als wir unser altes Reihenhaus modernisieren wollten, standen wir vor genau den gleichen Fragen wie ihr: Welche Heizung passt zu den vorhandenen Heizkörpern? Wie viel Platz haben wir im Keller? Und was kostet das Ganze langfristig? Hier ein Überblick, wie wir das Projekt Schritt für Schritt angegangen sind.
1. Erste Bestandsaufnahme – Energieberatung nutzen
Bevor wir überhaupt an neue Technik gedacht haben, haben wir eine unabhängige Energieberatung beauftragt. Das hat uns geholfen, den Ist‑Zustand zu verstehen und realistische Einsparziele zu setzen.
- Analyse der Gebäudehülle (Dämmung, Fenster, Luftdichtheit)
- Erfassung des aktuellen Heizenergieverbrauchs (Jahresabrechnung, Messwerte)
- Bewertung der vorhandenen Heizkörper (Typ, Größe, Leistungszahl)
- Hinweis auf mögliche Förderungen (KfW, BAFA, Landesprogramme)
2. Dämmung – die Basis für jede neue Heizung
Ohne ausreichende Dämmung macht selbst die modernste Heizung kaum etwas aus. Wir haben deshalb zuerst:
- die Außenwände nachträglich gedämmt (Innen- bzw. Außenwärmedämmverbundsystem)
- die oberste Geschossdecke und das Dach ausgebaut
- alte Fenster durch gut gedämmte Kunststoff‑ oder Holzfenster ersetzt
Das senkt den Wärmebedarf um bis zu 30 % und macht eine Niedertemperaturheizung (z. B. Wärmepumpe) erst wirklich attraktiv.
3. Heiztechnik auswählen – Was passt zu uns?
Wir haben uns dann die gängigen Optionen angesehen und sie anhand unserer Rahmenbedingungen bewertet:
- Luft‑/Wasser‑Wärmepumpe: Ideal, wenn genug Platz für das Außengerät und einen gut isolierten Hauskörper vorhanden ist. Benötigt niedrige Vorlauftemperaturen → ggf. neue Flächenheizungen (Fußboden, Wandheizung).
- Wärmepumpe + Hybrid‑Brennwertgerät: Kombiniert die Wärmepumpe mit einem kleinen Gas‑ oder Öl‑Brennwertkessel. Praktisch, wenn die vorhandenen Radiatoren noch nicht für 30‑35 °C ausgelegt sind.
- Biomasse (Pellet‑ oder Hackschnitzel‑Kessel): Nutzt nachwachsende Rohstoffe, aber erfordert Lagerraum für das Brennmaterial und einen Schornstein, der den Emissionen standhält.
- Fernwärme: Wenn ein Anschluss in der Nähe verfügbar ist, kann das die einfachste Lösung sein – allerdings sind die Preise stark vom örtlichen Versorger abhängig.
4. Heizkörper prüfen – Anpassungen nötig?
Unsere alten Guss‑Radiatoren waren für Vorlauftemperaturen von 70 °C ausgelegt. Für eine Wärmepumpe haben wir deshalb:
- einige größere Radiatoren ausgetauscht (höherer Wärmeübergang)
- bei wenig genutzten Räumen kleinere, effizientere Modelle installiert
- bei Neubau‑ähnlichen Räumen Fußbodenheizung nachgerüstet – das spart Energie und erhöht den Komfort.
5. Platz und Aufstellung – Was muss ich beachten?
Im Keller haben wir den Platz für das Außengerät, den Warmwasserspeicher und die Regelungstechnik geplant: