Die Energieeffizienzklasse ist beim Hauskauf auf jeden Fall ein Punkt, den ich mir genauer anschauen würde. Sie gibt vereinfacht gesagt an, wie energieeffizient ein Gebäude ist bzw. wie hoch sein Energiebedarf im Verhältnis zur Wohnfläche ist. Je besser die Klasse (A ist die beste, H die schlechteste) desto weniger Energie wird normalerweise für Heizung und Warmwasser benötigt.
Ich würde mich dabei aber nicht ausschließlich von einem einzelnen Buchstaben leiten lassen. Entscheidend sind unter anderem die Dämmung, Fenster, Heizung, Dach, Gebäudehülle und natürlich auch das tatsächliche Baujahr bzw. der Sanierungszustand. Gerade bei älteren Häusern können die laufenden Energiekosten trotz einer auf den ersten Blick akzeptablen Einstufung deutlich höher sein.
Wir haben das bei unserem eigenen Umbau mit einem auf energieeffizientes Bauen spezialisierten Architekten-Team festgestellt. Die haben nicht einfach nur darauf geschaut, irgendwo eine möglichst gute Energieklasse zu erreichen, sondern das Gebäude als Gesamtsystem betrachtet. Dämmung, Fenster, Haustechnik und die Nutzung der vorhandenen Bausubstanz mussten sinnvoll zusammenspielen. Das hat uns bei einigen Entscheidungen wirklich geholfen.
Wenn ich heute ein Haus kaufen würde, würde ich deshalb neben dem Energieausweis auch immer fragen, welche konkreten Maßnahmen bereits gemacht wurden und welche möglicherweise noch anstehen. Ein Haus mit schlechterer Energieklasse kann durchaus interessant sein, wenn man weiß, warum sie so ausfällt und welche Verbesserungen sinnvoll und wirtschaftlich umsetzbar sind.
Gerade bei einem älteren Haus würde ich mir vor dem Kauf gegebenenfalls auch einen Fachmann dazuholen. Der kann wesentlich besser einschätzen, ob man mit überschaubaren Maßnahmen schon viel "verbessern" kann oder ob hinsichtlich zukünftiger Energieeinsparungen eine größere Sanierung bevorstehen würde.