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Ich hoffe, das Thema passt halbwegs hierher, auch wenn es nur am Rande mit Saunen oder Wärmekultur zu tun hat. Ich lese hier schon eine Weile still mit, weil ich eigentlich ursprünglich auf der Suche nach einer passenden Gartensauna war und dabei über https://www.finnwerk.de/saunen.html gestolpert bin. Hat mir auch sehr geholfen, da ein paar Erfahrungsberichte zu durchstöbern, danke an alle, die hier so offen schreiben.

Aber in letzter Zeit merke ich, dass sich mein Verhältnis zu all diesen Entspannungsthemen irgendwie verändert. Ich will gar nicht sagen, dass ich gestresst bin im klassischen Sinn, also durch Arbeit oder Termine oder so. Es ist eher so ein diffuser Druck, dass ich dauernd das Gefühl habe, ich müsste irgendwas mit meiner Zeit „sinnvoll“ anfangen. Früher war das Entspannen einfach – auf die Couch legen, vielleicht ein bisschen lesen, nix tun. Heute denk ich dann: Sollte ich nicht lieber meditieren? Oder wenigstens ein gutes Buch lesen? Oder Yoga? Oder wenigstens spazieren gehen?

Es fühlt sich so an, als ob selbst das Abschalten irgendwie produktiv sein muss. Ich kann kaum noch ohne schlechtes Gewissen zwei Stunden einfach rumsitzen oder durch YouTube klicken. Und das Verrückte ist: Ich hab mir extra eine kleine Ecke mit Wärmelampe und bequemen Stühlen gemacht, weil ich dachte, das hilft mir runterzukommen. Aber manchmal sitz ich da und fühl mich fast schlechter, weil ich mir denke: „Na, entspannt genug? Spürst du die Wärme schon? Atmest du bewusst? Oder vergeudest du gerade einfach nur Zeit?“

Vielleicht liegt’s auch daran, dass ich zu viele Impulse von außen kriege. Ich meine, überall liest man, wie wichtig Me-Time ist, Achtsamkeit, Detox, Digital-Pausen – aber ich hab das Gefühl, dass sich selbst diese Dinge wie ein Leistungskatalog anfühlen. Als müsste ich beweisen, dass ich weiß, wie man richtig entspannt. Es ist paradox. Ich sehne mich nach Ruhe, aber wenn ich sie mir nehme, bin ich irgendwie angespannt dabei.

Ich frag mich: Geht das nur mir so? Ich mein, früher hab ich mich mit einem Kaffee auf den Balkon gesetzt und war einfach zufrieden. Heute frag ich mich dabei, ob ich jetzt vielleicht lieber bewusst atmen oder ein Dankbarkeitstagebuch führen sollte. Ich übertreibe ein bisschen, aber vielleicht wisst ihr ja, was ich meine.

Hat jemand ähnliche Gedanken gehabt? Oder vielleicht sogar einen Weg gefunden, sich wieder mit diesem einfachen, absichtslosen Nichtstun zu versöhnen? Vielleicht ist das auch einfach so eine Phase. Oder ein Zeichen der Zeit.

Würd mich freuen, wenn jemand was dazu sagen kann.

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