Das Wichtigste ist, dass du genau das machst, was du bereits getan hast: sofort zum Lost-and-Found-Schalter gehen und dir den PIR-Beleg (Property Irregularity Report) geben lassen. Ohne diesen Bericht ist es später extrem schwierig, Ansprüche gegenüber der Airline durchzusetzen, weil er der offizielle Nachweis ist, dass das Gepäck direkt bei Ankunft gefehlt hat. Danach solltest du alle weiteren Schritte unbedingt schriftlich dokumentieren, also E-Mails an die Airline, Uhrzeiten von Telefonaten und vor allem alle Belege für notwendige Ersatzkäufe aufheben.
Bei Flügen nach Spanien gelten wie sonst auch die Regelungen des Montrealer Abkommens, das eine Haftungsobergrenze von rund 1.300 Sonderziehungsrechten vorsieht, was grob etwa 1.500 Euro entspricht, wenn dein Gepäck endgültig als verloren gilt. Entscheidend ist dabei, dass du nur das ersetzt bekommst, was du plausibel belegen kannst – also Rechnungen, Kontoauszüge oder zumindest glaubhafte Aufstellungen, keine pauschale „Koffer war 3.000 Euro wert“-Angabe. Sehr hilfreich finde ich übersichtliche Ratgeber wie diesen hier: Auf spanien-blog.de gibt es z. B. einen ausführlichen Beitrag zum Thema „Gepäck verloren“, der die ersten Schritte am Flughafen, die Fristen und die Entschädigungslogik sehr verständlich zusammenfasst. Gerade die Hinweise zu den Fristen (sofort melden, schriftliche Anspruchsanmeldung und die 21-Tage-Grenze, ab der ein Gepäckstück als verloren gilt) solltest du dir notieren und im Zweifel eher früher als später schriftlich tätig werden.
Parallel zur Airline kannst du prüfen, ob du über deine Kreditkarte, eine Reiseversicherung oder einen speziellen Tarif eine zusätzliche Reisegepäckversicherung hast, denn die ist oft kulanter und schneller in der Regulierung als die Fluggesellschaft selbst. Wichtig ist aber, dass du nicht übertreibst: nur notwendige Dinge nachkaufen, Preise im normalen Rahmen halten und jeden Beleg gut aufbewahren, damit dir später niemand vorwerfen kann, du hättest die Situation ausgenutzt. Für zukünftige Reisen würde ich dir raten, eine kleine Notfallausrüstung (Unterwäsche, T-Shirt, Medikamente, Ladekabel, Kopie der wichtigsten Dokumente) ins Handgepäck zu packen und gegebenenfalls einen AirTag oder ähnlichen Tracker in den Koffer zu legen, damit du ihn im Zweifel selbst lokalisieren kannst. Auch wenn es sich im ersten Moment wie ein kleiner Albtraum anfühlt: In der großen Mehrzahl der Fälle taucht der Koffer innerhalb weniger Tage wieder auf, und falls nicht, hast du mit sauberer Dokumentation und etwas Geduld gute Chancen auf eine vernünftige Erstattung.